Baustellen. Oder: Mit Karlsruher Gelassenheit.

Heute früh stand ich gezwungenermaßen in einer sich spontan gebildeten „Einbahnstraße“ ohne Weiterfahrt. Ein Phänomen, das in Städten mit Baustellen ja gar nicht so selten ist. Ähnlich wie ein Wetterphänomen (wobei ich glaube, dass im Gegensatz zu Druckgebieten Baustellen ausnahmslos namenslos bleiben.) Vor mir „apparierte“ also plötzlich eine Sackgasse, denn dort, an einer der unzähligen Karlsruher Baustellen, mitten im Weg, wurde ein Kran aufgebaut. Oder eine Tunnelbohrmaschine. Oder ein Flughafen. Was man eben so aufbaut, mitten in der Stadt. In der schmalen Straße, in der ich im Moment der Sackgassenerkenntnis also stand, kamen hinter mir ein Müllauto und ein Betonmischer, es gab also keinen Weg zurück, wenden war aufgrund der nicht vorhandenen Straßenbreite auch nicht möglich. Es gab links einen Durchstich zur Parallelstraße links, aber dort war Durchfahrt verboten.

Nun gut, dachte ich mir. Für erfahrene „Day of the Tentacle“- und sonstige Adventure-Games-Spieler heißt das Lebensmotto natürlich: „Challenge accepted.“ Und dann ging es fast von alleine. Natürlich unter Zuhilfenahme der verfügbaren Möglichkeiten:

  • Rede mit „Durchfahrt-Verboten-Schild“

Blöde Idee.

  • Benutze „Nagellack“ mit „Durchfahrt-Verboten-Schild“.

Hmm. Ging nicht. Aber schon mal besser als reden.

  • Benutze „frisch gekaufte Brötchen“ mit „Durchfahrt-Verboten-Schild“.

Völliger Quatsch. Aber man weiß ja nie. Also schaute ich mich um. Was gab es denn noch? Oh, ein Bauarbeiter.

  • Benutze „Bauarbeiter“ mit „Baustelle“.

Der wollte noch nicht. Aber ich hatte ein Bier im Kofferraum.

  • Gehe zu „Kofferraum“.
  • Nimm „Bier“.
  • Öffne „Bauarbeiter“ mit „Bier“.
  • Benutze „Bauarbeiter“ mit „Baustelle’“.

Das konnte nicht sein. Das Bier hatte er doch genommen? Also nochmal:

  • Benutze „Bauarbeiter“ mit „Baustelle’“

Hallo?

  • Rede mit „Bauarbeiter“.

Hm. Keine Reaktion.

  • Benutze „Stoßstange“ mit „Bauarbeiter“.

Ups.

  • Benutze „anderen Bauarbeiter“ mit „Baustelle“.

Das gab es doch nicht. O.k., ich schaute also, was ich noch so im Handschuhfach hatte. Brille? Ergab keinen Sinn. Wischtuch? Wozu, ich konnte die Baustelle ja schlecht wegputzen. Papiere? Höchstens zum Bekritzeln aus Langeweile. Nein, das brachte alles gar nichts. Und dann, ganz plötzlich, entdeckte ich ganz hinten das entscheidende Utensil. Und dann war es ganz einfach.

  • Benutze „Panzerfaust“ mit „Baustelle“.

Jup.

  • Benutze „Auto“ mit „Baustellenkrater“.

Also. Ging doch.

P.S. Einfach ein bisschen Gelassenheit im Umgang mit den Baustellen tut uns gerade wirklich gut. Ich finde es in der Tat halb so wild. Und freue mich auf ein schöneres und moderneres Karlsruher Stadtbild in ein paar Jahren. Wirklich. In diesem Sinne:

  • Benutze „Mund“ für „Lächeln“.

Herzlichst.

 

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